Bilder 2018 @ Werkstatt Murberg


Stefanie sargnagel @ Werkstatt Murberg, 20.10.2018





 

Der Auftakt nach der kreativen Pause ist vollbracht.

Der Start unserer Literaturreihe, mit dem Auftritt von Stefanie Sargnagel, hat wieder Leben und Energie in die alterwürdigen Gemäuer unserer Werkstatt gebracht.

Und wie!

Stefanie Sargnagel braucht keine Aufwärmrunde, keine Kennenlernphase mit dem Publikum.

Von Null auf Anschlag zeigt sie auf, wo sie, wofür ihre Schreibe, steht und wie sie sich selbst einordnet, in den Kosmos der aktuellen österreichischen Literaturszene.

Und das sehr direkt, häufig ziemlich brachial, mit erfrischend offener Selbstironie und immer, einem Augenzwinkern.

Sie positioniert sich mit ihren Texten ganz klar, hier gibt es keinerlei Interpretationsspielraum.

Sie schreibt an gegen den unseeligen Rechtsdrall, der mehr und mehr unsere Gesellschaft zu erfassen scheint, karikiert die Protagonisten der nach rechts driftenden Meinungsbildungsmache bis zur ernüchternden Kenntlichkeit.

Nichts Menschliches ist ihr fremd, sie nimmt sich keinerlei Blatt vor den Mund, schont niemanden, nicht einmal ihre eigene Familie und schon gar nicht sich selbst. Mehr uneitel geht fast nicht.

Ihre Textfragmente sind kurz, meist sehr kurz, treffen aber häufig genau ins Schwarze. Für Klarheit braucht´s nicht immer der Worte viele.

Stefanie Sargnagel kann aber auch lustig, die niedergeschriebenen Erinnerungen an ihre Zeit als Mitarbeiterin bei der Telefonauskunft muten teilweise so bizarr irreal an, dass sie wahr sein müssen. Sowas kann man kaum erfinden.

Summa summarum ein herausragender Leseabend, an jenem dem Publikum nicht nur einmal das Lachen im Halse stecken blieb, ob der so leicht hingeschmissenen, aber ernüchternden Erkenntnisse, aus einem ganz normalen Leben.

Stefanie Sargnagel, eine sehr mutige Autorin.

Weiter so!

Bernd Labugger

 

 

MONA CAMILLA & Peter pauritsch @ Werkstatt Murberg 09.11.2016


 

 Der zweite Streich unserer Lesereihe und gleich mit 2 Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. So scheint es zumindest auf den ersten Blick bzw. auf den ersten Text.

 

Da Peter Pauritsch, der den Start macht, dort Mona Camilla, die ihm dann folgt, um sich dann wechselseitig nach kurzen und kompakten Leseblöcken das Mikro in die Hand zu drücken.

 

Peter Pauritsch hat sich entschieden, das Publikum an seinem überaus reichen Panoptikum seiner vielschichtigen und umfangreichen Literatursammlung und -erfahrung teilhaben zu lassen.

 

Im Minutentakt wechselt er die Autoren und rezitiert aus dem Fundus des Who is Who der österreichischen und deutschen Literaturgeschichte des ausgehenden letzten Jahrtausends.

 

Immer schwerpunktsmäßig auf der eher morbiden Seite, mit Hang zum Vergänglichen, in allen Lebenslagen von der Liebe, übers Alt- und Krankwerden bis zum sicheren Ende.

 

Aber immer mit Augenzwinkern und dem nötigen Schuß Ironie und Humor.

 

Man nimmt es Peter Pauritsch ab, dass er all das was er hier vorträgt, quasi selbst fast genauso erlebt haben könnte, so authentisch bringt er die Geschichten seines Literatenkosmos an das Publikum.

 

Auch das Lieblingsgedicht seiner Frau darf dabei nicht unerwähnt bleiben, irgendwas mit einer Maus, oder war´s eine Ratte?

 

Und nur ein ein einzigesmal ist er so großzügig und vergönnt der Zuhörerschaft, auch eines seiner eigenen Werke. Es versteht sich von selbst, dass dieses sich quasi nahtlos einfügt in den bunten und morbiden Reigen, seiner großen Vorbilder. Uneitel und ironisch, sich lustigmachend über die eigene, altersbedingte und unaufhaltsame Vergänglichkeit, „da brummt der Kopf, da knurrt der Bauch, da tropft der Hahn …..“

 

Mona Camilla führt uns dann wieder auf die helle Seite der gleichen Medaille Leben.

 

Die junge Autorin ist offen und bereit, ihren Gefühls- und Gedankenkosmos, ihre Erfahrungen über Leben, Lieben, Freundschaft auszubreiten vor der Zuhörerschaft, vor der ganzen Welt.

 

Jeder der Texte eine kurze Geschichte, immer, manchmal mehr, manchmal weniger, im Sprachduktus tendierend zum Genre, aus dem sie kommt, dem Poetry Slam.

 

Das ist gut, das passt, das ist authentisch.

 

Ob´s die Betrachtungen über die zufälligen, lebensbereichernden Begegnungen mit Zufallsbekanntschaften sind, über das Blumenleben und den Egotrip von Narzissen, oder über das fast körperlich mitspürbare Empfinden beim Erzählen über die negativen, aber vielmehr positiven Seiten der eigenen Dünnhäutigkeit, immer ist´s echt.

 

Eine Autorin deren Texte auch mühelos einen ganzen Leseabend tragen und die nicht nur im Blitzlicht und Minutentakt eines Slam funktionieren.

 

Wir werden noch viel von Mona Camilla hören oder lesen.

 

 Bernd Labugger

 


DORA GESS & DANIELA PONGRATZ @ werkstatt murberg, 24.11.2018



Olga flor @ Werkstatt Murberg, 29.11.2018